Gertrud Sundheimer (geborene David)

*14.08.1881, am 02.03.1943 nach Auschwitz deportiert

Gertrud Sundheimer war die Ehefrau von Max Sundheimer.

Was wir über Gertrud und Max Sundheimer wissen:

  • Gertrud Sundheimer wurde in Frankfurt (Oder) geboren, Max Sundheimer wurde in Regensburg geboren.
  • Vor ihrer Zeit in der Treuchtlinger Straße 4 haben sie in der Sächsischen Straße 70 (W 15) in Berlin-Wilmersdorf gewohnt.
  • In der Treuchtlinger Straße wohnten sie im 1. Stock.

Was wir noch aus dem Leben von Gertrud und Max Sundheimer wissen:

Gertruds und Max' Tochter Eva wurde am 1.12.11 geboren. Sie lebte später in England, hieß dort Eva Suntime und war von Beruf Oberschwester und Hebammenlehrerin im Bearsted Memorial Hospital, The Green, Hampton Court, Surrey. In den Fünzigerjahren lebte sie im Shrubbery Maternity Home, High Wycombe, Buckinghamshire.
Das Paar hatte eine zweite Tochter Lotte, die jedoch bereits am 2.4.25 im Alter von 16 Jahren verstarb.

In Berlin lebte die Familie in einer 7-Zimmerwohnung in der Sächsischen Straße 70. In der Akte des Landesarchivs Eichborndamm findet sich eine Schilderung Evas, in der sie die sich sukzessive verschlechternden Wohnverhältnisse beschreibt: "Unter dem Druck der Verfolgung und der sich daraus ergebenen wirtschaftlichen Verschlechterung der Verhältnisse sahen sich meine Eltern genötigt, zunächst in eine 5-Zimmer-Wohnung und im Jahre 1938 in eine 3-Zimmer-Wohnung in Berlin W 30, Treuchtlinger Straße 4, zu übersiedeln." Über die Einrichtung ihrer Wohnung in der Treuchtlinger Straße schreibt sie: "Auch diese 3-Zimmer-Wohnung war mit sehr gutem und wertvollem Mobiliar ausgestattet, da sie die besten Stücke der ursprünglichen Einrichtung der 7-Zimmer-Wohnung enthielt." Noch im selben Jahr wanderte Eva aus.
Die von Eva erwähnte wirtschaftliche Verschlechterung lässt sich im Falle ihrer Eltern sogar genau beziffern, da sich in derselben Akte eine Vermögenaufstellung ihres Vaters findet, nach der er bereits am 12.11.38 nur noch ein Gesamtvermögen von RM 10.664,11 sowie Teppiche, Geschirr und Schmuck im Werte von RM 1525,- besaß. Doch auch dieser Besitz wurde später eingezogen.
Der Unterschied zu ihren früheren Lebensverhältnissen wird noch deutlicher, als Eva schreibt, dass ihre Eltern vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten ein Hausmädchen, eine Köchin und einen Chauffeur beschäftigt hatten. Zudem hatte Max Sundheimer eine Jagd, also ein Revier mit zugehörigem Wildbestand, zu der auch ein Förster gehörte. Auch in den Sommerurlaub konnten sie jedes Jahr fahren, schreibt sie. Dabei erinnert sie sich besonders gut an eine Reise per Auto in die Schweiz.
Eva erhielt schließlich rund DM 5.800 Entschädigung vom deutschen Staat.

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